Warum barfuß laufen so gesund ist und wie du einfach damit anfängst

Online Trainer Lizenz, Gesundheit, 9. Juni 2020

Beweglichkeit

Warum barfuß laufen so gesund ist und wie du einfach damit anfängst

Wenn es um Gesundheit geht, muss man nicht unbedingt etwas hinzufügen, damit es uns besser geht. Manchmal kann es genau so gesund sein, etwas wegzulassen – zum Beispiel deine Schuhe!

Gesunde Füße sind nämlich die Basis deines gesamten Körpers. Wenn sie nicht funktionieren, merkst du es bei jedem Schritt. Und damit sie gesund sind und bleiben, brauchen sie Bewegung!

Darum ist barfuß laufen gesund

Jeder Fuß besteht aus ca. 20 Muskeln, 33 Gelenken und 114 Bändern, die alles verbinden. Das ist unglaublich komplex und besser als jeder Hightech-Schuh dieser Welt. Unsere Füßen haben schon von Haus aus legendäre Voraussetzungen, um uns den ganzen Tag ganz ohne Support selbst zu tragen.

Wenn wir barfuß ohne Schuhe mit extra weicher und breiter Sohle gehen oder laufen, müssen unsere Füße den Untergrund ausgleichen und uns balancieren. Dabei werden sie viel mehr beansprucht und gefordert als in Sneakers oder anderen Schuhen mit dicker, gepolsterter Sohle.

Das führt dazu, dass die Muskulatur und das Bindegewebe mit der Zeit immer stärker werden und ihre eigentliche Aufgabe, unseren Körper zu tragen, immer besser erledigen können. Das kann langfristig sehr viele positive Auswirkungen auf den gesamten Körper haben und vor Knie-, Rücken- oder Gelenkschmerzen schützen. 

Wie funktioniert barfuß-Training?

Das Grundprinzip der Neurologie besagt: Je besser der Input, also alle Informationen, die das Gehirn über den Ist-Zustand deines Körpers bekommt, desto besser funktioniert die Verarbeitung der Informationen und umso besser ist folglich auch der motorische Output, also die Bewegung. 

Dieses Prinzip kannst du dir einfach zu Nutze machen, indem du deinen Propriozeptoren mehr Infos gibst, indem du einfach die Schuhe ausziehst und deinen Zehen und Sprunggelenken mehr Bewegung ermöglichst.

Die Zehen haben eine besonders elementare Rolle, für die Stabilisierung des Sprunggelenks, aber auch der aufsteigenden Kette, also des Kniegelenks, der Hüfte und dem Becken. Je breiter du deine Zehen auffächern kannst, desto stabiler stehst du. Das ist für jeden Menschen wichtig – Und besonders für Sportler.

Wie kannst du deine Füße trainieren und barfuß laufen lernen?

Bevor du mit dem barfuß Laufen beginnst, solltest du vorher deine Füße trainieren und vorbereiten. Übe als erstes all deine Zehen abzuspreizen und die großen Zehen einzeln zu bewegen, ohne dass die anderen Zehen sich vom Boden heben. Im nächsten Step übst du barfuß zu gehen.

Aber Vorsicht! Barfuß laufen kann auch ungesund sein. Du solltest nicht einfach so barfuß oder mit Barfußschuhen von 0 auf 100 ins Training einsteigen, sondern deinen Körper langsam darauf vorbereiten. Vor allem wenn du einen Platt-, Knick-, Senk-, Spreizfuß hast, oder mit Fersensporn, Plantarfasziiitis oder dem Schienbeinkantensyndrom zu kämpfen hast.

Mit den diesen Tipps kannst du easy barfuß laufen lernen:

Zuhause barfuß laufen

Beginne erst einmal damit, in deinen eigenen 4 Wänden barfuß zu gehen – Und zwar ohne Socken! Auch wenn sie sich weich anfühlen, engen sie die Zehen beim Gehen stark ein. Weil die Socken auf dem Fußboden zuhause rutschen, führt das außerdem zu einer unnatürlichen Gangart, die wir nicht trainieren wollen 😉

Du kannst auch spezielle Barfuß-Socken probieren, wenn du oft kalte Füße hast. Die gute Nachricht ist aber, dass durch das Barfuß-Training auch die Durchblutung deiner Füße verbessert wird und du wahrscheinlich schon bald keine kalten Füße mehr haben wirst!

Draußen barfuß laufen

Wenn du deine Füße schon etwas daran gewöhnt hast, barfuß zu gehen, dann ab nach draußen! Probiere deinen einen barfuß-Spaziergang aus. Zieh einfach bei deinem Spaziergang in der Mittagspause mal deine Schuhe aus. 

Fange mit 30 Minuten an und steigere deine Barfuß-Zeit bewusst und langsam, denn auch in den Füßen kannst du Muskelkater bekommen und sogar Ermüdungsbrüche.

Falls es sich zuerst komisch anfühlt ganz ohne Schuhe das Haus zu verlassen, nimm dir einfach Back-Up-Schuhe mit. Das entspannt den Kopf 😉

Auf unebenem Untergrund gehen

Der nächste Schritt ist das Gehen auf unebenem Untergrund. Wie kannst du dann auf so vielen Unebenheiten wie nur möglich gehen? Indem du jede Chance nutzt, dem Betonjungel zu entgehen! Geh raus in die Natur, am besten in den Wald. Dort findest du die meisten unterschiedlichen Böden wie Waldboden, Schotter, Schlamm, feste Erde, feuchte Erde, nasse Wiesen, Wege mit Gefälle, Unebenheiten überall, gefällte Bäume zum Balancieren und Bäche zum Überqueren.

Und so einen barfuß-Waldspaziergang kannst du sogar gleich als Geh-Meditation nutzen und dich dabei in Achtsamkeit üben. Spüre wie deine Füße den Boden berühren. Wie fühlt er sich an? Warm? Kalt? Fest? Rau? Spüre wie deine Füße dich Schritt für Schritt tragen, dich mit der Erde verbinden und deinen Körper perfekt balancieren.

Falls gerade kein Wald um die Ecke ist, kannst du auch im Großstadtjungel Unebenheiten finden: die Begrenzungssteine des Gehwegs, den Grünstreifen, diese besonderen Platten mit Massageeffekt an Bushaltestellen, es ist nicht natürlich, aber besser als nichts. Und wenn dir der Stadtboden zu dreckig ist, sind Barfußschuhe eine sehr gute Investition in deine Gesundheit. 

Mit freundlichen Füßen, deine Vivi von vivibarfuss.com

Physiotherapeutin und Barfußcoach

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