Was ist Muskelkater?

Timo Hahner, Gesundheit, 15. November 2017

Was ist Muskelkater? Ist Muskelkater gut oder schlecht?

In diesem Artikel erfährst du, warum Muskelkater sogar deinen Trainingserfolg verringern kann.

Was ist Muskelkater?

Die Entstehung der typischen Schmerzen durch Muskelkater ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Man ist jedoch wissenschaftlich so weit, dass Muskelkater wohl durch Mikrotraumata, das sind feinste Risse in den Muskelfasern, beschrieben werden kann.

Wie entsteht Muskelkater?

In der Trainingspraxis lässt sich die Entstehung von Muskelkater besonders auf die Ausführung ungewohnter Bewegungen zurückführen. Das sollte sich mit den persönlichen Erfahrungen decken, denn besonders häufig tritt Muskelkater durch ungewohnte Aktivitäten oder neue Übungen im Trainingsplan auf. So wird ein Sprinter in seinem ersten Krafttraining starken Muskelkater bekommen und ein Kraftsportler im ersten intensiven Sprinttraining ebenfalls.

Zudem führen Bewegungen mit Fokus auf die exzentrische Phase vermehrt zu kleinsten Muskelschäden. Die exzentrische Phase beschreibt den Teil der Bewegung, bei welchem dem Widerstand entgegengewirkt wird. In der Praxis entspricht das beispielsweise dem Herablassen bei Klimmzügen oder dem Rumänischen Kreuzheben. Damit ist auch häufig ein Dehnungseffekt der Muskulatur verbunden.

Muskelkater vs. Muskelwachstum

Es wäre naheliegend, Muskelkater mit Muskelwachstum in direkte Verbindung zu bringen. Wenn wir uns aber die Entstehung von Muskelkater vor Augen führen und dem gegenüber die Faktoren für Muskelwachstum betrachten, werden wir hier nur sehr wenige Verbindungen feststellen.

Ziel eines guten Trainingsplanes ist es, die Parameter Frequenz, Intensität und Volumen aufeinander abzustimmen und dadurch progressive, intensive Belastungsreize für die gewünschte Hypertrophie zu erzeugen. Muskelkater greift jedoch negativ in dieses System ein. Eine hohe Frequenz kann beispielsweise nicht eingehalten werden, wenn die Regeneration durch starken Muskelkater unnötig lange verzögert wird. Und auch die nötige Intensität und das konstant steigende Volumen können durch wöchentlichen Muskelkater negativ beeinflusst werden. Und dadurch wird wiederum das Muskelwachstum beeinträchtigt.

Ist Muskelkater also schlecht?

Ein Training, welches zu Muskelkater geführt hat, kann durchaus auch zu Muskelwachstum führen. Jedoch muss ein Training, welches zu Muskelwachstum führt, keinen Muskelkater hervorrufen.

Somit hat Muskelkater sicherlich seine Daseinsberechtigung, sollte jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Wenn Du nach jedem Training für die nächsten zwei bis drei Tage starken Muskelkater hast, solltest Du deinen Trainingsplan überdenken. Denn entweder machst du deutlich zu viel oder du wechselst in jedem Training deine Übungen – Beides sind Aspekte, die für optimalen, langfristigen Muskelwachstum vermieden werden sollten. Ziel sollte es sein, die richtige Dosis für langfristigen Fortschritt zu finden!

Im Artikel “Was hilft gegen Muskelkater“ erfährst du 5 wertvolle Tipps für den Umgang mit Muskelkater.

Quellen:

http://www.kuddl-voss.de/KuddlsSport/Artikel/KuddlsSport-Artikel-04.htm

https://www.painscience.com/articles/delayed-onset-muscle-soreness.php

Abraham, W. M.: Factors in delayed muscle soreness. Med.Sci. Sports 9 (1977), 11-20

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